– auf vier Pfoten
Jubiläum! Nein, nicht ich. Auch nicht mein Büro – obwohl dort jede Gelegenheit genutzt wird, um Kuchen zu rechtfertigen.
Heute feiere ich meine beste Mitarbeiterin, die heute seit genau 15 Jahren an meiner Seite ist. Diejenige, die jeden Tag auf’s Neue für gute Laune sorgt, echte Pausen möglich macht und regelmäßig Momente auslöst, in denen ich plötzlich ganz verliebt schaue.
Vierbeinig. Zuckersüß. Immer mit einem Lächeln auf der Schnauze.
Sie ist fast immer dabei: bei Kundenterminen, in Seminaren und auf Reisen. Und auch während der unzähligen Stunden voller Recherche, Gedankenchaos und Schreibarbeit zu meiner Dissertation und dem daraus entstandenen Buch formatio naturalis, Auf den Spuren der Gestaltungskunst der Natur und was wir von ihr lernen können lag sie treu an meiner Seite – geduldig, wachsam und deutlich entspannter als ich. Manchmal vermute ich, dass sie die Inspiration für so manchen Gedanken über die Natur mir zuflüsterte.
Natürlich ist sie nicht in lauten Produktionsbereichen unterwegs. Dort würde vermutlich selbst ihre stoische Ruhe irgendwann kündigen. In solchen Situationen liegt sie still und würdevoll auf ihrem Platz, beobachtet das Geschehen mit einer Gelassenheit, von der so manches Managementseminar noch lernen könnte.
Auch wenn Besucherinnen oder Besucher keine großen Hundefans sind, respektiert sie das ebenso selbstverständlich. Wobei ich ehrlicherweise sagen muss: In den vergangenen 15 Jahren kam das genau einmal vor. Die allgemeine Statistik spricht also klar für sie.
Sie ist eine Meisterin der kleinen, großen Lebenskunst.
Hunde verändern Räume. Nicht laut. Nicht dramatisch. Sondern leise und nachhaltig. Menschen sprechen freundlicher miteinander. Sie lachen schneller. Sie stehen häufiger auf. Sie erinnern sich daran, zwischendurch einmal durchzuatmen. Während wir Menschen oft perfekt darin sind, uns in Deadlines, Sorgen und To-do-Listen zu verlieren, lebt ein Hund kompromisslos im Augenblick. Genau das macht ihre Gegenwart so wertvoll.
Sie ist eine Meisterin der kleinen, großen Lebenskunst. Sie erinnert uns daran, den Moment zu genießen. Die tägliche Freude wahrzunehmen. Dankbarkeit nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern tatsächlich zu fühlen. Für sie ist das Gestern längst erledigt und das Morgen noch nicht relevant.
Sorgenfrei. Gegenwärtig. Ehrlich.
Genau darin liegt etwas, das uns Menschen verloren ging. Wir nutzen die Vergangenheit um sie auf die Zukunft zu projizieren, und leben in einer ständigen Angst, weil wir wissen es ist schon mal passiert und deshalb kann es wieder passieren. (frei nach Sören Kierkegaard) Vergessen wird darüber den Moment, die einzige Zeit, die es gibt.
Wir optimieren Kalender, Prozesse und Selbstmanagement. Wir lesen Bücher über Leadership, hören Podcasts über Achtsamkeit und besuchen Workshops zur mentalen Gesundheit. Und gleichzeitig zeigt uns ein Hund – und die Natur – mit erschreckender Einfachheit, worauf es manchmal wirklich ankommt: Nähe. Vertrauen. Ruhe. Bewegung. Aufmerksamkeit. Ein gemeinsamer Moment der Verbindung ohne Bildschirm dazwischen.
Tierischer Wandel
Hunde im Büro sind längst keine schräge Idee mehr, die nur in hippen Kreativagenturen mit Sitzsäcken und Hafermilch (gibt es bei mir beides nicht) funktioniert. Viele Unternehmen in Europa und Asien haben ihre Unternehmenskultur bereits bewusst haustierfreundlicher gestaltet. Die Gründe dafür sind erstaunlich klar: weniger Stress, bessere Stimmung, stärkere soziale Bindung und eine positivere Arbeitsmoral. Menschen arbeiten entspannter, kommunizieren natürlicher und machen tatsächlich Pausen – nicht nur jene, in denen man auf dem Handy scrollt
Interessanterweise entstehen durch Hunde oft Gespräche zwischen Menschen, die sonst vermutlich wochenlang nur höflich aneinander vorbeigelaufen wären. Der Hund wird zum sozialen Bindeglied. Zum stillen Eisbrecher. Zum täglichen Reminder, dass Arbeit zwar wichtig ist, Menschlichkeit aber wichtiger – besser noch Natürlichkeit.
Unsere Sicht auf Tiere.
Und es verändert sich gerade noch etwas viel Grundsätzlicheres, nämlich unsere Sicht auf Tiere, auf alles Lebendige. Immer mehr Menschen betrachten Haustiere nicht mehr nur als Tiere, sondern als Familienmitglieder. Als Wesen mit Persönlichkeit, Gefühlen und einem ganz eigenen Platz in unserem Leben. Eine Entwicklung, die uns daran erinnert, dass die Unantastbarkeit von Würde nicht beim Menschen enden sollte, sondern auf alles Lebendige erweitert werden darf.
Das neue Credo: Die Würde des Lebens ist unantastbar.
Tiere wie auch die Natur begegnen uns ohne gesellschaftliche Rollen. Ohne Statusdenken. Ohne Karrierefragen. Ein Hund interessiert sich nicht für Titel, Kontostände oder perfekte Außenwirkung. Er bewertet keine Erfolge auf LinkedIn und hat erstaunlicherweise auch keinerlei Interesse an Selfies und Selbstdarstellung. Für einen Hund zählt etwas viel Einfacheres: ob man präsent ist. Echt ist. Zugewandt ist. Und wenn wir ehrlich sind, suchen wir genau diese Präsenz.
Das ist, was berührt.
Ja zum Tier – ja zum Lebendigen
In einer Welt voller Geschwindigkeit, Dauererreichbarkeit und künstlicher Perfektion erinnern uns die lebendige Natur an etwas zutiefst Natürliches: An Verbundenheit. An Authentizität. An ein Leben, das nicht ständig optimiert werden muss, um wertvoll zu sein.
Und das, ganz ohne Management-Ratgeber oder Motivationscoach. Es reicht ein Hund der einen anschaut, als wäre genau dieser Moment das allergrößte Geschenk. Oder ein Baum, ein Waldspaziergang, der Flug eines Seeadlers.
Und deshalb feiere ich heute 15-jährigen Jubiläum. Eine tiefe Verbundenheit mit einem Wesen, das seit 15 Jahren an meiner Seite ist und nicht nur mich zum Lächeln bringt, Trost spendet, Stress reduziert und Räume mit Wärme füllt.
Die beste Mitarbeiterin, Freundin und Begleiterin.
Und danke, dass du mich jeden Tag daran erinnerst, wie leicht Lebensfreude ist.
Es wird gefeiert
Zusammenkommen zum Feiern, zur Begegnung ist wichtig.
Daher lade ich Sie herzlichst ein für einen Tag der Begegnung mit meinen en plein air Bildern, mit denen ich der Natur ein Denkmal setze!
