design thinking – was ist das eigentlich?

Heiß gehandelt und kalt erwischt. Der Managementtrend „design thinking“ gilt als Prozess und Mindset zugleich und verspricht durch interdisziplinäre Teams maximal nutzenstiftende und lösungsorientierte Lösungen. Design thinking wird fast gleichbedeutend mit den Begrifflichkeiten wie Agilität, Kundenorientierung, Innovation Inspiration, Kreativität und Wandel genannt.

Doch was steckt dahinter? Zuallererst eine fantastische Marketingkampagne durch Tim Brown, USA, der behauptet, design thinking sei „ein Ansatz, der den Menschen ins Zentrum stellt und sich aus der Werkzeugkiste der Designer bedient, um die Bedürfnisse der Leute, die Möglichkeiten der Technologie und die Anforderungen für geschäftlichen Erfolg zu integrieren“. Allerdings, das ist nicht wirklich neu. Jede Arbeit von Designer*innen, insbesondere dann, wenn sie Markenstrategien und Kommunikationskonzepte und deren Implementierung betrifft, ist gewinnbringend und erfolgversprechend. Denn hier werden Marken gestaltet. Auch dürfte inzwischen bekannt sein, dass Design mehr als nur eine gute Form ist. Design ist eine Haltung.

Doch design thinking ist und bleibt ein Prozess, auch dann, wenn interdisziplinäre Teams zusammenkommen. Warum ist das so wichtig? Jedes Team wird durch seine Mitwirkenden bestimmt. Interdisziplinarität alleine ist kein Garant für einen kreativen Output. Aber genau hier liegt die Herausforderung: im Menschen selbst. Um optimal kreative Lösungen zu erhalten, bedarf es eines optimal kreativen Teams in einem optimal kreativen Umfeld. Daraus ergeben sich zwei äußerst wichtige Aspekte: die Team Zusammensetzung und das unterstützende Umfeld.

Das hat zu Folge, dass die Kreativität im Einzelnen gefördert werden will und parallel ein entsprechendes Milieu gestaltet werden muss. Es gilt Raum und Zeit für kreative Ideen zu bieten, um aus ihnen Innovationen entstehen zu lassen.

Das verändert den Fokus und daher plädiere ich, aus dem „design thinking“ ein „creative being“ werden zu lassen.